Louis Corrigan

Ich komme aus einer Handwerkerfamilie. Mein Vater ist Modelleur, meine Mutter Drehscheibenkeramikerin, meine Großmutter war Kunstlehrerin. Figuren aus Ton zu formen habe ich gelernt bevor ich schreiben konnte.

Das Schnitzen kam später, aber die Faszination für Material und Form war schon immer da. Aufgewachsen in Koblenz, besuchte ich das Rhein-Wied-Gymnasium in Neuwied mit künstlerischem Schwerpunkt und machte dort mein Abitur. Den Weg ins Handwerk fand ich über das Material: 2019 begann ich meine Ausbildung zum Elfenbeinschnitzer an der Berufsfachschule für das Holz und Elfenbein verarbeitetende Handwerk in Michelstadt. Im September 2024 schloss ich die Meisterprüfung ab und wurde als Bester meines Gewerks ausgezeichnet. Seit Februar 2026 unterrichte ich das Handwerk an derselben Schule, an der ich es gelernt habe. Daneben bin ich Mitarbeiter im Lern- und Forschungszentrum Odenwald, dem LeFoO, das im Beruflichen Schulzentrum in Michelstadt angesiedelt ist.

Dort verbinde ich das älteste Handwerk der Menschheitsgeschichte mit den neuesten Technologien: 3D-Scan, 3D-Druck, Lasercutting und der Nutzung von KI. Was auf den erten Blick widersprüchlich klingt, ergibt in der Praxis viel Sinn. Neue Technologien helfen beim Entwerfen, Dokumentieren und Weiterentwickeln, die Hand das Material bleiben am Ende das Entscheidende. Mein Schwerpunkt liegt auf figürlichen und surrealistisch anmutenden Arbeiten. Gemeinsam bieten Paula und ich außerdem Auftragsarbeiten und Workshops an. Ich folge der Materialssprache. Jedes Stück Mammutelfenbein hat eine eigene Maserung, eine eigene Färbung, eine eigene Struktur. Ich versuche zu sehen was darin angelegt ist, anstatt meine Vorstellung in das Material hineinzuzwingen.

Paula Reiche

Ich komme aus Rothenberg im Odenwaldkreis, aus einer Handwerkerfamilie. Während eines Schülerpraktikums bin ich zum ersten Mal mit der Elfenbeinschnitzerei in Berührung gekommen. Danach war der Weg klar.

Von 2019 bis 2022 habe ich meine Ausbildung zur Elfenbeinschnitzer an der Berufsfachschule für das Holz und Elfenbein verarbeitende Handwerk in Michelstadt absolviert. Mein Gesellenstück "Pearl", ein stilisiertes Nilpferd aus Mammutelfenbein mit echtem Lederriemen und Messingknöpfen, wurde auf Landes- und Bundesebene als bestes seines Gewerks ausgezeichnet. Im September 2025 habe ich die Meisterprüfung abgeschlossen. Mein Schwerpunkt ist Schmuck und figürliche Arbeiten. Beim Schmuck ist es mir wichtig, Stücke zzu gestalten die man täglich tragen möchte, nicht Stücke die in der Schublade verschwinden.

Neben MammutArt arbeite ich vier Tage pro Woche als Zahntechnikerin. Zahntechnik und Elfenbeinschnitzerei teilen sich viele Werkzeuge und Techniken. Das ist für uns ein großer Vorteil, weil wir aktuelle Entwicklungen in der Zahntechnik direkt mitverfolgen uns unsere Arbeitsweise und Instrumente dadurch auf dem neuesten Stand halten können.